Projekt zur technischen
Zusammenarbeit der Giftinformationszentren (GIZ), des Bundesinstituts für
Risikobewertung (BfR) und der Industrie, gefördert aus Mitteln des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
1999 – 2005
Herbert Desel, GIZ-Nord, Stand: 20.04.2004
Das FuE TDI setzt die mehr als 10-jährige Tradition der datentechnischen Zusammenarbeit der Giftinformationszentren mit dem BfR und seinen Vorläufer-Instituten fort. Aufbauend auf den Ergebnissen der Forschungsprojekte EVA (gefördert durch das BMU) und TOXINFO-2 (gefördert durch DFN-Verein) wurde ein bundesweiter Datenbank-Verbund aller deutschen GIZ und des BfR konzipiert, realisiert und erprobt.
Unternehmen, die auf gesetzlicher (§16e ChemG) oder freiwilliger Basis dem BfR und den GIZ kontinuierlich aktuelle Informationen zu ihren Produkten zur Verfügung stellen wollen, können dies seit 2002 auf einfache und verlässliche Weise tun: Mit Hilfe des TDI-Dateneingabeprogramm EMIL werden alle für die Vergiftungsberatung relevanten Produktdaten im Unternehmen erfasst. Nach erfolgreicher Prüfung auf Vollständigkeit sendet das Unternehmen eine Datendiskette oder eine Email an das BfR oder an ein GIZ seiner Wahl. Das Zentrum, das die Datenlieferung erhalten hat, prüft diese auf formale Datenqualität und verteilt die Information soforrt anschließend in verschlüsselter Form auf elektronischem Wege an alle anderen Projektteilnehmer. Die Vertraulichkeit ist in jeder Phase gesichert.
Jedes Projektzentrum verfügt über eine lokale TDI-Produktdatenbank, in die alle Produktinformationen automatisiert eingepflegt werden. Durch dieses Verfahren werden sowohl in den Unternehmen (nur ein Empfänger für Produktdaten), als auch im BfR und in den GIZ erhebliche Verwaltungsarbeit eingespart. Die TDI-Datenbank ist von den ärztlichen Mitarbeitenden in den GIZ in Deutschland jederzeit recherchierbar. Alle von den Unternehmen über ein Zentrum an das TDI übermittelten Informationen stehen damit innerhalb weniger Tage in jedem Giftnotruf (und damit vollständiger und schneller als vor TDI) für Notfallanfragen zur Verfügung. Die toxikologische Notfallberatung gewinnt dadurch bundesweit an Qualität.
Das im Projekt konzipierte und realisierte Eingabeprogramm erlaubt eine strukturierte Datenerfassung und stellt damit sicher, dass lückenhafte oder fehlerhafte Meldungen weitgehend vermieden werden. Dennoch erlaubt es das TDI-Datenverteilungsverfahren, Ergänzungen zu bereits übersandten Produkten nachzuliefern und später erkannte Fehler nachträglich automatisch zu korrigieren oder fehlerhafte Produktinformationen zu stornieren.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projektes ist die Harmonisierung der Falldokumentation in den GIZ und im BfR. Dies soll eine bessere Vergleichbarkeit und einfaches Zusammenführung der in den Zentren gesammelten Beratungsdaten ermöglichen, um zukünftig neue Vergiftungsgefahren schneller und empfindlicher erkennen zu können. Dazu wurde ein einheitliches Noxen-Kategoriesystem entwickelt; dies soll für die GIZ-Jahresberichte für 2003 erstmals erprobt werden.
Die aktuellen Entwicklungsziele sind auf die Einbindung anderer Datenquellen des BfR (insbesondere Altdaten und Kosmetika) in das Projekt und auf eine Ausweitung des Verbundes auf GIZ in anderen Ländern der Europäischen Union gerichtet.
Weitere detaillierte Informationen zum Projekt, zu Ansprechpartnern und zum aktuellen Stand der Entwicklungen sind auf der Projekt-Website (www.tdi-network.de) beschrieben.